Am Bahnhof in Bad Saarow ist das Maß voll. Ich bin mal wieder unterwegs zum Thermen-Check. Und die Erholung von zwei herrlichen Tagen mit Moorbad, Massage, Sauna und sanftem Gleiten in der Thermalsole droht schon zu verpuffen. Neben mir steht mein Hartschalenkoffer, sperrig wie ein Möbelstück. Der Gedanke daran, dass ich ihn gleich in den Waggon hieven muss, verdirbt mir die Laune. Auf dem Weg zu meinem Platz bleiben die Rädchen an den Füßen der Mitreisenden hängen, andere in den Flur ragende Körperteile werden in Mitleidenschaft gezogen und ich ernte bitterböse Blicke.

„Entschuldigung, entschuldigen Sie bitte“, murmele ich eins ums anderes Mal. An meinem Platz angekommen, sind bei weitem nicht alle Probleme gelöst. Es ist nicht daran zu denken, das sperrige Teil in die Gepäckablage über dem Sitz zu bekommen. Also bringe ich den Koffer schon in der Nähe des Ausgangs in Position und verdrehe mir laufend den Hals, um ihn im Auge zu behalten. Meine Begleitung findet das deutlich amüsanter als ich.

Seitdem fahre ich mit einer Reisetasche zum Wellness-Wochenende in die Therme. Für zwei oder drei Nächte reicht sie locker aus. Ich musste nur noch eine kleine Investition tätigen:

Bademantel und Handtücher als Platzfresser – meine Lösung

Ich gebe zu: Mein flauschiger Bademantel ist mein Lieblingsaccessoire, wenn ein Besuch in der Therme auf dem Programm steht. Das Volumen desselben habe ich allerdings unterschätzt, als ich zum ersten Mal ohne Leihmantel des Hotels unterwegs war. Ein Frottee-Bademantel nimmt zusammengerollt ungefähr so viel Raum ein wie zwei Winterpullover und eine Hose zusammen. Dazu noch mehrere große Handtücher, die Badelatschen, mein Buch und, und und.

In der Hartschale bedeutete das: eine Hälfte Bademantel, die andere Hälfte alles Übrige, und der Reißverschluss ging nur mit Knie zu. Eine Tasche verzeiht da mehr. Sie hat keine feste Trennung und keine Wölbung im Deckel, und wenn etwas aus der Reihe tanzt, gibt die Hülle nach. Das klingt banal, macht aber beim Packen den Unterschied.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich beim Wechsel vom Koffer mit Rollen zur Tasche etwas Downsizing betrieben habe. Flausch-Bademantel und voluminöse Handtücher wurden ein leichtes Bademantel-Modell, Hamam-Tücher und ein dünnes, universell einsetzbares Tuch ersetzt. Darüber freue ich mich beim Packen und in der Therme.

Spa mit Wüstenblick im Anantara Sahara Tozeur. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Im Spa braucht es nicht viel, um gut zu entspannen.

Praktische Gepäcklösung für Kurztrips

Da mir ein Tag in der Therme meistens nicht reicht, gehe ich am Abreisetag nach einem gemütlichen Frühstück und dem Check-out oft noch einmal ins Bad. An dieser Stelle hat kleines Gepäck generell Vorzüge, die ich nicht näher zu erläutern brauche. Hast du jemals versucht, einen Koffer ins Schließfach eines Bads zu bekommen? Ein aussichtsloser Fall. Eine halbleere Reisetasche verschwindet hingegen einfach so im Schließfach.

Auch die Zeiten, in denen ich nasse Handtücher nebst Badeanzug in Plastiktüten verpackt vor der Heimreise ins Gepäckstück  quetschte, sind vorbei, seit ich mit meiner „Neuen“ reise. Jetzt packe ich Nasses in ein eigens dafür vorgesehenes Außenfach: leicht zugänglich, wasserdicht, perfekt. Auf der Suche nach dem guten Stück habe ich mir unter anderem die Reisetaschen von Travelbags angesehen und vor allem darauf geachtet, dass so ein Seitenfach überhaupt vorhanden und groß genug für ein Handtuch ist. Bei erstaunlich vielen Modellen ist es das nämlich nicht.

Kies, Kopfsteinpflaster und die alten Kurorte

Rollen sind eine feine Sache auf Flughafenböden. In Bad Bellingen oder Bad Harzburg sieht die Welt anders aus. Die Wege durch den Kurpark sind geschottert, die Gehweg-Befestigung stammt aus glorreicheren Zeiten und vor manchem Kurhaus liegt Kopfsteinpflaster. Das sorgt für eine schöne Atmosphäre und als Fan von Altstädten mag ich das sehr gerne. Aber ein Rollkoffer klingt darauf wie ein Presslufthammer und fährt sich ungefähr genauso. Nach zweihundert Metern trägt man ihn in der Hand, um Inhalt, Rollen und Gehör zu schonen. Ich habe auch nach 25 Jahren nicht vergessen, wie ich mir damals in der Nähe des Berliner Ostbahnhofs auf diese Weise ein Laptop unwiederbringlich ruiniert habe.

Eine Reisetasche verfügt für mich idealerweise über eine Möglichkeit, sie über der Schulter zu tragen. So habe ich die Hände frei für den Kaffeebecher oder das Handy mit dem Reiseplan.

Kleine Schwächen – durch gute Planung abgeschwächt

Was ich fairerweise dazusagen muss: Ohne Rollen spürt man jedes Kilo. Genau das ist bei mir aber zum Vorteil geworden, weil ich anders packe. Was ich nicht selbst vom Bahnhof bis zur Rezeption tragen möchte, kommt gar nicht erst in die Tasche. Das erfordert etwas Disziplin und gute Planung, funktioniert aber für zwei bis drei Nächte erstaunlich gut. Und das nicht nur im Zug.

Reisetasche für Thermenbesuch packen. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Die Tasche reicht für kleines Gepäck.

Als Cabriofahrerin und Vielfliegerin mache ich mir inzwischen einen Sport daraus, möglichst klein zu packen. Denn für Minikofferraum und Handgepäck nach den neuesten Richtlinien ist der Trolley eben nicht mehr das Mittel der Wahl. Da kommt nur noch eine kleine Tasche in Frage. Bei Travelbags sind Taschen und Koffer mit exakten Maßen und vielen Bildern versehen, was den Vergleich und die Wahl erleichtert. Zudem ist die Auswahl riesig.

Abschließend lässt sich sagen: Für zwei Wochen Mallorca im Winter käme mir eine Tasche nicht in den Sinn, da bleibe ich beim Koffer mit Rollen. Aber für ein Wellness-Wochenende mit Solebad, Sauna, Salzgrotte und Sanarium hat sie sich bei mir durchgesetzt. Gepackt ist in einer Viertelstunde und der Bademantel liegt ganz oben – für einen schnelleren Start ins Vergnügen.