Sechs Frauen, ein Mann, ein Toyota, endlose Savanne – und jede Menge Elefanten! Ich kann kaum glauben, dass ich mittendrin bin im Abenteuer Afrika. Die Safari im Tarangire Nationalpark ist Auftakt einer unvergesslichen Reise. Dabei wollten wir – meine Schwester Ruth und ich – nur eben mal den Resturlaub verbraten. Und haben kurzentschlossen eine organisierte Kleingruppenreise nach Tansania gebucht – perfekt für reiselustige Best Ager wie mich, die einen gewissen Komfort mit einer Prise Abenteuer verbinden möchten.

Über den Tarangire Nationalpark in Tansania

Der  Tarangire liegt etwa 120 Kilometer südwestlich von Arusha, im nördlichen Tansania. Mit einer Größe von rund 2.800 Quadratkilometern ist er der sechstgrößte Nationalpark des Landes. Nordwestlich schließen sich mit dem Lake Manyara Nationalpark, dem Ngorongoro Krater und dem Serengeti Nationalpark die bekanntesten Parks in Tansania an.

Weitläufige grüne Graslandschaften, Savannen und die ikonischen Baobab-Bäume prägen das Bild des Nationalparks. Während der Trockenzeit zwischen Juni und Oktober zieht der Tarangire-Fluss viele Wildtiere an, die auf der Suche nach Wasser sind. Das Gewässer ist die wichtigste Wasserquelle in der Region und bestimmt das Leben im Park.

Tarangire Fluss. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Der Tarangire Fluss, Lebensader des gleichnamigen Nationalparks.

Tierbeobachtungen vom Feinsten: Safari im Tarangire Nationalpark

Die erste von vielen Pirschfahrten in diesem Urlaub führt uns aus Arusha kommend in den Tarangire Nationalpark. An einem Dienstagmorgen herrscht in Richtung der großen tansanischen Parks erstaunlich viel Verkehr.

Tansania, auf dem Weg zum Tarangire Nationalpark. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Stau auf dem Weg von Arusha in Richtung der großen Nationalparks.

Die ersten Tiere, die wir im Vorbeifahren entdecken, sind die Rinder- und Ziegenherden der Massai. Nach der Einfahrt in den Park bin ich zuerst überrascht, wie grün die Savanne ist. Und ich wundere mich über die vielen Bäume. Auf einer Lichtung mit saftig-grünem Gras weiden Zebras und Impalas, eine Gattung afrikanischer Antilopen. Ein paar Meter weiter schließlich eine Giraffe, die frische Blättchen von einem Baobab, dem Affenbrotbaum, zupft.

Tarangire Nationalpark Safari. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Im März finden Antilopen, Zebras und andere Tiere ausreichend Nahrung unter den Schirmakazien.

Tarangire Nationalpark Safari: Giraffe, Baobab-Bäume. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Die in Tansania beheimatete und ganz charakteristisch gemusterte Massai-Giraffe lässt sich Blätter eines mächtigen Baobab-Baumes schmecken.

Tarangire Nationalpark Safari: Warzenschweine. Foto: Ruth Bauer, Reiselust-Mag

Warzenschweine. Vergleichsweise wenig spektakulär, für unseren Guide Dickson, ein Tierfreund ersten Ranges, jedoch allemal ein Anlass anzuhalten. Foto: Ruth Bauer

Die mächtigen Affenbrotbäume und Akazien sind typisch für den Tarangire. Die Wälder bieten den scheueren Wildtieren wie beispielsweise den Warzenschweinen genügend Möglichkeiten, sich zu verstecken. Löwen und Leoparden nutzen die hohen Bäume hier hingegen gerne als Aussichtspunkte. Doch nach diesen Raubkatzen halten wir ebenso wie nach Geparden an diesem Tag vergebens Ausschau. Möglicherweise halten sie sich in der Nähe der Gnus am Tarangire Fluss auf – wer weiß das schon.

Am Anfang war ein Elefant …

Der erste Elefant, den wir schon bald nach dem Park-Eingang entdecken, ist macht sich alleine an einem Affenbrotbaum zu schaffen. Doch bald sehen wir große Elefantenherden, die durch den Wald streifen. Es heißt, dass Tansania die größte Population der gemütlichen Dickhäuter auf dem afrikanischen Kontinent beheimatet.

Tarangire Nationalpark Safari: Elefant. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Zuerst war es nur ein Elefant …

Tarangiere Natiponalpark Safari: Elefanten. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

… dann schon eine Herde, die sich gut im Wald verstecken kann.

Wir beobachten entzückt die Elefantenkinder, die von ihren Müttern und Tanten immer schön in die Mitte genommen werden. Unbeeindruckt marschiert ein ganzer Familienverband durch einen Pulk von Safari-Autos zum Wasserloch – und wir sind das erste Mal beseelt von diesen Tieren.

Tarangire Nationalpark Safari: Elefanten. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Elefantenfamilie marschiert zügigen Schrittes durch eine Toyota-Herde.

Tarangire Nationalpark Safari: Elefanten. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Uninteressierter Elefanten-Teenager …

Tarangire Nationalpark Safari: Elefanten. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Das Ziel dieser Elefantenherde war wohl das Wasserloch.

Tarangire Nationalpark Safari: Elefanten. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Fertig.

Die Vogelarten – wer hat sie gezählt?

Doch der Tarangire ist nicht nur bekannt für die riesigen Elefantenherden, sondern auch für die Vielzahl an Vogelarten, die hier lebt. Gabelracke und Nashornvogel, Kronenkranich, Rotwangenhornrabe und  Vogel Strauß – Vogelliebhaber kommen im Tarangire Nationalpark auf ihre Kosten. Rund 550 Vogelarten leben hier, eine unglaubliche Zahl.

Tarangire Nationalpark Safari: Gabelracke. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Die hübsche Gabelracke blickt ein bisschen eingebildet zur Seite.

Tarangire Nationalpark Safari: Perlhuhn. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Im Tarangire weit verbreitet: das Perlhuhn.

Tarangire Nationalpark Safari: Kronenkranich. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Kronenkranich, im Matsch unterwegs.

Tarangire Nationalpark Safari: Rotwangenhornrabe. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Auffallende Erscheinung: der Rotwangenhornrabe.

Tarangire Nationalpark Safari: Strauß. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Der Afrikanische Strauß – größter und schwerster Vogel der Welt.

Tarangire Nationalpark Safari: viele Vogelarten. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag.de

Bunte Vogelvielfalt zwischen saftigem Grün – auch das ist Afrika.

Mein Tipp für die Tarangire Safari: Fernglas und Kamera bereithalten, das Dach hochklappen und die Nase in den Staub halten. Und immer auch den Blick nach oben wenden. Denn in den Bäumen halten sich nicht nur Adler und Geier auf, sondern noch mehr Tiere ;-).

Tarangire Nationalpark Safari: Essen mit Affe. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Blick auf den Baum lohnt sich: Zwar schaut der Affe dort oben betont desinteressiert in die andere Richtung, aber …

Affe hat Banane ergattert am Rastplatz im Tarangire Nationalpark. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

… aus Versehen Heruntergefallenes entdeckt er sofort.

Ein besonderes Erlebnis – Matsch, Massai und ein Happy End

Die Abwesenheit von Staub beschert uns am Nachmittag nach einem Picknick vor der Kulisse des saftig-grünen Flussbett des Tarangire noch ein Abenteuer. Unser Guide und Fahrer Dickson hat die ausgetretenen Pfade samt Menschenmassen verlassen, um uns etwas ganz besonderes zu zeigen. Ob es ein Büffel war, ein Löwe oder ein anderer Vertreter der Tierwelt – wir wissen es nicht.

Wir ahnen auch nicht, dass sich der Weg durch die endlose Steppenlandschaft gleich in einen Sumpf verwandeln wird. Erst als unser Gefährt bis zur Achse im Matsch steckt und die Räder unbeeindruckt vom Allradantrieb nur noch durchdrehen registrieren wir, dass wir schon sehr lange keine Menschenseele mehr gesehen haben. Glücklicherweise glänzen auch Vertreter der „Big Five“ durch Abwesenheit. Und so bekommen wir die Erlaubnis, den Land Cruiser ausnahmsweise abseits eines Rastplatzes zu verlassen.

Ein Hilferuf per Funk wird abgesetzt und nun heißt es warten, während die Sonne erbarmungslos vom Himmel brennt. Doch was ist das? Eine in ein rotkariertes Tuch gewickelte Person nähert sich über die Ebene gemächlich unserem Fahrzeug. Es ist ein Massai, der seine Herde, die nur noch als Tüpfelchen zu erkennen ist, den Raubtieren überlässt, um uns zu helfen.

Tarangire Nationalpark Safari: festgefahren. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Da helfen keine Tricks – der Wagen steckt im Dreck.

Entspannt gibt er gute Ratschläge, die wir mit vereinten Kräften auch umsetzen, aber momentan erfolglos. Der Mann mit einer edlen weißen Perlenkette um den Hals und einem goldenen Siegelring an der Hand zieht zwei Mobiltelefone unter dem drapierten Gewand hervor. Doch auch so lässt sich keine Hilfe mobilisieren. Letztendlich pfeift er zwei lustlose, halbstarke Sohne, Neffen oder andere Verwandte herbei, die mit ihren Rindern des Weges kommen. Aber auch mit ihrer Verstärkung lässt sich die Karre nicht aus dem Dreck ziehen, Pardon, schieben.

Tarangire Nationalpark Safari: festgefahren. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Oder vielleicht doch? Der Massai empfiehlt, trockenes Gras unter die Räder zu schieben. Ganz schön scharfkantig, das Zeug!

Tarangire Nationalpark Safari: festgefahren. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Nein. Ratlosigkeit macht sich breit …

Schließlich nähern sich zwei Safari-Fahrzeuge. Eines zieht unser Auto aus dem Matsch, unterstützt von Muskelkraft. Geschafft! Dickson schwört sich wahrscheinlich in diesem Moment, dass ihm das nicht mehr passiert. Und tatsächlich, weder in der Serengeti noch im Ngorongoro-Krater sind wir steckengeblieben, der verfrüht einsetzenden Regenzeit zum Trotz.

Praktische Tipps für die Tarangire Nationalpark Safari

Beste Reisezeit für den Tarangire Nationalpark

Der Norden Tansanias wird von zwei Regenzeiten und einer Trockenzeit geprägt. Die Trockenzeit von Juni bis Oktober beschert Reisenden, die den Tarangire Nationalpark erleben wollen, leicht befahrbare Pisten. Viele Tiere halten sich während dieser Zeit am Fluss auf.

Die kleine Regenzeit von Anfang oder Mitte November bis Mitte Dezember lässt die Steppe erblühen und hinterlässt eine grüne Landschaft. Die Regenfälle sind nicht ausdauernd und beeinflussen Safaris nicht wirklich. In der Nebensaison sind zudem die Unterkünfte günstiger.

Die große Regenzeit von März bis Mai bringt starken und lang andauernden Regen und dadurch matschige oder komplett überflutete Wege oder Straßen. Während dieser Zeit finden üblicherweise keine Safaris statt.

Unser letzter Safari-Tag im Norden Tansanias war der 28. Februar – und von Regen begleitet.

Ruth und Beate am Aussichtspunkt auf den Tarangire Fluss.

Am Aussichtspunkt auf den Tarangire Fluss.

Eintritt & Organisation

  • Parkeintritt: derzeit 45 USD pro Person/Tag
  • Öffnungszeiten: täglich von 6 bis 18 Uhr
  • Erfahrene Driver Guides (Fahrer und Gästeführer in einer Person) besorgen die Tickets und kümmern sich um alle Formalitäten.

Das gehört ins Gepäck

  • Fernglas, Sonnenhut, Sonnencreme, zuverlässiger Mückenschutz
  • Leichte Kleidung in Naturfarben, Regenschutz in der grünen Saison
  • Je nach Jahreszeit kann Malaria-Prophylaxe sehr empfehlenswert sein
  • Bewährte Mittel gegen Durchfall und Übelkeit
  • Gelassenheit und Humor – this is Africa ;-)

Unterkunft im Tarangire-Nationalpark finden: Safari Lodges mit Charakter

Safari im Tarangire als Tagesausflug ab Arusha und Moshi finden

Deshalb bleibt der Besuch im Tarangire Nationalpark unvergesslich

Für Menschen, die Tiere beobachten möchten, zählt der Tarangire National Park zu den besten Orten in Tansania. Die Vielfalt an Tieren ist überwältigend. Der Tarangire ist kleiner als die Serengeti und weniger frequentiert. Die Tarangire Nationalpark Safari wurde für mich durch die Elefanten und die außergewöhnliche Begegnung mit den Massai unvergesslich. Sie hat in mir den Wunsch geweckt, mehr über die Menschen zu erfahren, die hier im Einklang mit der Natur und den Wildtieren leben. Die Tarangire Nationalpark Safari war meine erste, aber bei weitem nicht die letzte Safari in Tansania.

Alle Fotos, sofern nicht anders angegeben: Beate Ziehres

Information zur Reise: Die Safari im Tarangire Nationalpark war Bestandteil der Tansania-Reise „Great Migration“, direkt gebucht bei TARUK.