Urlaub in Kroatien bedeutet für mich: Entspannung pur, erstaunliche kulturelle Besonderheiten und wunderschöne Natur. Das Wasser der Adria trägt mich zu den wohl schönsten Inseln der Welt, es schaukelt mich in den Schlaf und erfrischt mich. Das Schönste: Ich brauche mich um nichts zu kümmern. Der Kapitän des Gulets Gardelin bestimmt den Kurs. Er bringt uns zu den Inseln Hvar und Brac. Das Schiff gleitet unter meist blauem Himmel von Bucht zu Bucht. Wir schwimmen im tiefblauen Wasser und ankern jeden Tag in einem anderen Städtchen. Gibt es erholsameren Urlaub? Mir fällt auf Anhieb nichts ein, was entspannter wäre.

Hvar – eine der schönsten Inseln der Welt

Die Insel Hvar liegt vor Mitteldalmatien. Dreieinhalb Kilometer sind es von Hvar aus bis zur Insel Brac. Von der Insel Korcula ist Hvar etwas mehr als 14 Kilometer entfernt. Die nächste große Stadt auf dem Festland ist Split. Aus Split und aus dem italienischen Ancona kann Hvar mit der Fähre erreicht werden.

Die Insel ist bekannt für geschichtsträchtige kleine Städte, ihr mildes Mittelmeerklima, viele Sonnenstunden, ihre windgeschützten Buchten und den bezaubernden Duft.

Stari Grad, typisch dalmatinische Steinhäuser. Foto: Beate Ziehres

Typisch dalmatinische Steinhäuser in Stari Grad, Hvar.

Dieser rührt von den Lavendelfeldern, die einen beachtlichen Teil der Ackerflächen bedecken. Außerdem kultiviert man hier ebenfalls wohlriechenden Rosmarin, Oliven und Weinreben. Die Menschen leben aber auch vom Fischfang und vom Tourismus. Seit 1997 zählt Hvar laut einem Ranking des Traveller Magazins zu den 10 schönsten Inseln der Welt.

Stari Grad

In die engen Gassen in der Altstadt von Stari Grad und die alten, hohen Steinhäuser habe ich mich spontan verliebt. Stari Grad auf Hvar ist die älteste Stadt in Kroatien. Sie stammt aus der Zeit, als die Insel noch von Griechen bewohnt wurde und Pharos hieß. Auch die Siedlung – 384 v. Chr. gegründet – trägt den Namen Pharos.

Heute ist Stari Grad nach der Inselhauptstadt Hvar die zweitgrößte Stadt der Insel. Die südlich des Yachthafens gelegene Altstadt zählt zum UNESCO-Welterbe. Hierhin zieht es uns auch, nachdem unser Boot angelegt hat.

Hvar, Stari Grad, Gasse. Foto: Beate Ziehres

Laden mit regionalen Spezialitäten in der Altstadt von Stari Grad, Hvar.

Die Stimmung vor den vielen Lokalen am Hafen ist schon am frühen Abend hervorragend. Vor allem die Segler feiern hier feuchtfröhlich. Später werden sie die ausgelassene Party auf den Booten oder in den Discos in Hvar fortsetzen.

Wir halten es da lieber wie der Passagiere der kleinen Kreuzfahrtschiffe, die ebenfalls im Hafen von Stari Grad festgemacht haben: Wir bummeln durch die schmalen Gässchen, necken die Katzen, kaufen handgemachte Seifen und Shampoos, schnuppern an den Lavendelsäckchen, genießen in der lauen Luft einen Drink und später ein köstliches Abendessen aus der mediterranen Küche.

Laden mit regionalen Spezialitäten von Hvar in Stari Grad. Foto: Beate Ziehres

Laden mit regionalen Spezialitäten von Hvar in Stari Grad.

Stari Grad, Hvar. Platz. Foto: Beate Ziehres

Kleiner Platz in Stari Grad, Hvar.

Sehenswürdigkeiten in Stari Grad sind das Schloss Tvrdalj des Dichters Petar Hektorović, die Kirche St. Stjepan und der kleine Barockplatz Trg Skor.

Stari Grad, Hvar. Schloss Tvrdalj. foto: Beate Ziehres

Schloss Tvrdalj in Stari Grad, Hvar.

Die größte historische und kulturelle Attraktion auf der Insel ist die 2400 Jahre alte Ebene von Stari Grad. Die acht Hektar umfassende Ebene mit fruchtbaren Böden wurde schon von den alten Griechen landwirtschaftlich bestellt. Die Steinmauer, die das Land nach geometrischen Prinzipien aufteilt, ist bis heute erhalten. Die Hora genannte Ebene ist zusammen mit der Altstadt von Stari Grad Welterbe.

Stari Grad, Hvar, Hafen. Foto: Beate Ziehres

Blick vom Hafen zur Altstadt von Stari Grad, Hvar.

Stari Grad, Hvar. Kleines Kreuzfahrtschiff legt an. Foto: Beate Ziehres

Kleines Adria-Kreuzfahrtschiff legt in Stari Grad an.

Inselhauptstadt Hvar

An einem Tag, der wettertechnisch nicht so überzeugend anfängt, erkunden wir die Inselhauptstadt Hvar. Hier spielt sich Vieles rund um den ebenfalls bildhübschen Stadthafen ab. Fähren und kleine Adria-Kreuzfahrtschiffe machen an der Mole fest und spucken Touristen aus, die dann durch die schmalen Gassen der Altstadt bummeln.

Wir mischen uns unter die Menschen und lassen uns über den aus Marmor angelegten Kai treiben. Übrigens wurde sowohl der Kai als auch der geschützte Hafen Mandrač im 15. Jahrhundert angelegt. Heute schaukeln hier friedlich die Boote und ich kann den Finger nicht vom Auslöser nehmen.

Hvar, Stadthafen mit Booten. Foto: Beate Ziehres

Stadthafen von Hvar.

Hvar, Hafen. Foto: Beate Ziehres

Taxiboote im Hafen von Hvar, Kroatien.

Am kleinen Strand vorbei kommen wir zum Franziskanerkloster auf der Halbinsel Sridnji. Nach einer kurzen Besichtigung geht es zurück zum Stadtplatz Pjaca – dem Zentrum von Hvar. Hier befinden sich die wichtigsten Gebäude der Stadt: das wuchtige Arsenal mit dem Theater im ersten Stock, die Kathedrale Sv. Stjepan und die Loggia mit dem Glockenturm, ein Palast aus Zeiten venezianischer Herrschaft.

Hvar, Kroatien: Strand von Hvar im Schatten der Klosterkirche. Foto: Beate Ziehres

Strand beim Kloster in Hvar.

Hvar, Stadtplatz. Foto: Beate Ziehres

Stadtplatz Pjaca von Hvar, Kroatien.

Hvar. Stadthafen mit Booten, Loggia und Festung. Foto: Beate Ziehres

Blick über den Stadthafen von Hvar zur Loggia mit dem Glockenturm und zur Festung.

Dann nutzen wir einen schattigen Moment, um den Berg, auf dem die Festung Španjola thront, zu erklimmen. Steil führen ungezählte Stufen den Berg hinauf.

Als wir den mediterranen Kräutergarten unterhalb der Burg erreichen, denke ich schon, ich wäre oben. Doch ich irre mich. Es geht noch weiter hoch, jetzt jedoch nicht mehr über Treppen, sondern auf schmalen Serpentinenwegen zwischen Agaven und anderen stacheligen Gewächsen.

Hvar, Blick vom Kräutergarten unterhalb der Festung auf die Pakleni-Inseln. Foto: Beate Ziehres

Blick über den Kräutergarten unterhalb der Festung auf die Hvarbucht und die Pakleni-Inseln.

Richtig beindruckend ist die Aussicht über die Stadt, wenn man erst am Fuß der mächtigen Burgmauern steht. Vor der Stadt und der Einfahrt zur Hvarbucht liegen die  Pakleni-Inseln, was übrigens so viel wie Hölleninseln bedeutet. Die Inseln sind ein beliebtes Ausflugsziel mit Bademöglichkeiten im klaren Wasser und besonders unter Seglern bekannt.

Hvar. Blick von oben zu den Pakleni-Inseln. Foto: Beate Ziehres

Aussicht zu den Pakleni-Inseln.

Hvar, Festung Španjola. Foto: Beate Ziehres

Festung Španjola in Hvar, Kroatien.

Das Nachtleben der Stadt Hvar zieht inzwischen Leute aus aller Welt an. Es gibt ungezählte Bars, Strandbars, Clubs und Musiklokale in der Stadt. Doch auch am Tag hat die Gastronomie in der Stadt einiges zu bieten. Cafés mit Blick auf den Stadtplatz oder den Hafen und Restaurants in den engen Gassen der Altstadt laden zum Verweilen ein. Am besten schmecken hier Fischgerichte.

Hvar, Gasse mit Restaurants. Foto: Beate Ziehres

Gasse mit Restaurants in Hvar.

Jelsa auf Hvar

An einem sonnigen Nachmittag legen wir in der kleinen Hafenstadt Jelsa an. Hier herrscht um diese Zeit quirliges Leben. Die Menschen flanieren am Kai entlang oder genießen die Nachmittagssonne in den Restaurants, Bars und Cafés.

Jelsa, Hvar. Hafen. Foto, Beate Ziehres

Hafen von Jelsa auf Hvar.

Wir tun es ihnen gleich. Doch bevor wir uns zum Essen auf der Terrasse einer Konoba über dem Meer niederlassen und den Sonnenuntergang genießen, besuchen wir noch den Friedhof der 1600-Seelen-Gemeinde. Später bummeln wir um den großen Hafen, der von typischen dalmatischen Steinhäusern flankiert wird. Hier gibt es in Kneipen und Klubs ebenfalls ein reges Nachtleben.

Jelsa, Hvar. Friedhof. Foto: Beate Ziehres

Letzte Ruhestätte mit Meerblick – Friedhof von Elsa auf Hvar, Kroatien.

Jelsa, Hvar. Sonnenuntergang. Foto: Beate Ziehres

Sonnenuntergang in Jelsa, Hvar.

Jelsa, Hvar. Stadthafen bei Nacht. Foto: Beate Ziehres

Stadthafen von Jelsa, Hvar, bei Nacht.

Die Buchten von Hvar

Die kieferumsäumten Buchten von Hvar verfügen nur selten über einen Sandstrand. Meist sind sie steinig oder felsig. Das Wasser ist dafür tiefblau und klar – das sind die Vorteile. Gemeinsam ist allen Buchten von Hvar: Sie sind traumhaft schön.

Jelsa, Hvar. Bucht.

Weißsandige Bucht in Jelsa, Hvar.

Ich weiß nicht mehr, wie viele Buchten wir während unseres Urlaubs in Kroatien angesteuert haben. Es spielt auch keine Rolle. Wir sind von unserem Boot, dem Gulet Gardelin, ins frische, blaue Wasser gesprungen, haben ein Bad genossen und uns anschließend an Deck in der Sonne wieder aufgewärmt.

So auch in der Bucht von Vrboska. Allerdings sind wir hier von unserem Ankerplatz zum Strand geschwommen, haben uns ein Eis geholt und es im Schatten der Kiefern genossen. Nachdem wir eine Weile aufs Wasser geschaut hatten, haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Herrlich!

Hvar, Bucht von Vrboska. Foto: Beate Ziehres

In der Bucht von Vrboska, Hvar.

Hvar. Sonnenbad in der Bucht von Vrboska. Foto: Beate Ziehres

Sonnenbad an Deck in der Bucht von Vrboska, Hvar.

Abstecher nach Brac zum Traumstrand Zlatni Rat

Kroatien-Urlaubern kann ich einen Bootsausflug auf die Nachbarinsel Brac empfehlen. Von Vrboska aus ist es nicht weit zum Strand Zlatni Rat, dem größten und schönsten Strand in der kroatischen Adria. Zlatni Rat ist ein Naturdenkmal. Die etwa 500 Meter lange Landzunge ist feinsandig und verändert ihre Form durch die Wellen und die Meeresströmung. Der weiße Badestrand ist sehr beliebt und gut frequentiert, aber aufgrund seiner Weitläufigkeit nicht überfüllt.

Insel Brac, Kroatien, Strand Zlatni Rat. Foto: Beate Ziehres

Der Strand Zlatni Rat auf der Insel Brac, Kroatien.

Die beste Reisezeit für die kroatischen Inseln

Wir waren im September auf Hvar – eine Jahreszeit, die ich für eine Reise nach Kroatien nur empfehlen kann. Es ist oft angenehm warm, aber nicht heiß. Der große Touristenansturm ist im September vorbei. Er findet im Juli und August statt. Es heißt, dass die Monate Mai und Juni sowie September und Oktober optimal für eine Reise nach Hvar sind. Auch die Buchten und Strände sind in diesen Monaten nicht überfüllt. Und in den überaus sehendwerten Städten herrscht kein Gedränge.

Wer jedoch Touristenrummel auf den Straßen, in den Restaurants und an den Stränden liebt und gerne auf Hvar die Nacht zum Tag machen möchte, sollte im Juli und August kommen.

Alle Fotos: Beate Ziehres

Auch Trogir, die kroatische Stadt, in der wir zu unserem Törn nach Hvar und Brac ablegten, ist UNESCO Welterbe. Lesen Sie in meinem Beitrag, was es in Trogir zu sehen gibt.

Mehr Bilder von den Inseln Hvar und Brac sowie aus dem kroatischen Städtchen Trogir gibt es in meinem Beitrag „Deutschland, Italien, Kroatien: ein Reiserückblick in 11 Bildern“.

Kreuzfahrten in Kroatien bietet der Charter-Spezialist Apollon-Tours an, beispielsweise auf dem Gulet Alisa.