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Hildesheim: Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz

Werbung: Der Beitrag über Hildesheim entstand in Kooperation mit der Stadt Hildesheim und der TourismusMarketing Niedersachsen GmbH. Mehr dazu am Textende.

Hildesheim liegt gerade einmal eine Autostunde von meinem Wohnort entfernt: an der A7 zwischen der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover und Salzgitter. Trotzdem habe ich eine Reise nach Hildesheim unternommen – in erster Linie, um den Weihnachtsmarkt auf dem bemerkenswerten Marktplatz der 100.000-Einwohner-Stadt zu entdecken.

Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz von Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz von Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Ich war früher schon ein paarmal in Hildesheim und hatte bei diesem Anlass einen Blick auf den Marktplatz geworfen. Damals war ich völlig überrascht von der atemberaubenden Schönheit des Platzes. Prächtig geschnitzte Fachwerkbauten inmitten von 50er-Jahre-Architektur – auf diese Zusammenstellung konnte ich mir keinen Reim machen. Deshalb bin ich nun gespannt, wie Stadtführerin Susanne Kiesel dieses Phänomen erklärt.

So alt ist Hildesheim

Tatsächlich feierten die Stadt und das Bistum Hildesheim im Jahr 2015 gemeinsam ihr 1.200-jähriges Jubiläum. Die Gründung des Bistums durch Ludwig den Frommen ist für das Jahr 815 bestätigt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt hat sich auch die Stadt entwickelt.

Im späteren Mittelalter war Hildesheim eine bedeutende Handels- und Hansestadt. Insbesondere mit Nowgorod in Russland pflegten die Händler regen Austausch. Felle, Stinte, Tuch, Wachs und Gewürze wechselten die Besitzer. Aufgrund der zahlreichen, üppig mit Schnitzereien verzierten Fachwerkhäuser wurde die Altstadt von Hildesheim auch Nürnberg des Nordens genannt.

Details an der Fassade des rekonstruierten Knochenhaueramtshauses am Marktplatz von Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Details an der Fassade des rekonstruierten Knochenhaueramtshauses am Marktplatz von Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Die Fish Code List – warum Hildesheim bombardiert wurde

Diesen Schatz zu zerstören und zugleich den Bewohnern ihre Heimat zu nehmen – diese Strategie sollen die Alliierten während des 2. Weltkrieges verfolgt haben. Susanne Kiesel zieht ein geheimes Papier aus der Handtasche, das irgendwann im Laufe des Krieges entstanden sein muss: die Fish Code List.

Hildesheim: Stadtführerin Susanne Kiesel zeigt die Fish Code List – Foto: Beate Ziehres

Stadtführerin Susanne Kiesel zeigt die Fish Code List – Foto: Beate Ziehres

Die Liste umfasst die 100 schönsten Städte Deutschlands. Dresden steht darauf, Magdeburg und Braunschweig. Und Hildesheim. Jeder Stadt ist als Code-Bezeichnung der Name eines Fisches zugeordnet. Für Hildesheim steht Finnock, die schottische Bezeichnung für eine junge Meeresforelle.

Am frühen Nachmittag des 22. März 1945 schütteten schließlich mehr als 250 Bomber der Alliierten ihre explosive Ladung über der Altstadt aus. Susanne Kiesel nennt eine unglaubliche Zahl: 230.000 Spreng- und Brandbomben sollen es gewesen sein, die Dreiviertel der Gebäude in der Kernstadt und fast die ganze historische Altstadt zerstörten. Etwa 34.000 Menschen – das war fast die Hälfte aller Einwohner zur damaligen Zeit – waren am Ende des Tages obdachlos.

Kriegswichtige Industriebetriebe in und um Hildesheim, die Rüstungsgüter wie beispielsweise Torpedos und Komponenten für Panzer und große Lastwagen fertigten, blieben übrigens unzerstört. Und einige Straßenzüge südöstlich des Doms zwischen Keßlerstraße und Hinterer Brühl – das heutige Fachwerkviertel.

 

Erhaltene Fachwerkhäuser in der Straße Hinterer Brühl – Foto: Beate Ziehres

Erhaltene Fachwerkhäuser in der Straße Hinterer Brühl – Foto: Beate Ziehres

Das Wernersche Haus im Fachwerkviertel von Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Das Wernersche Haus im Fachwerkviertel von Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Warum der Hildesheimer Marktplatz zweimal wiederaufgebaut wurde

1950 hatte sich der Rat der Stadt Hildesheim unter anderem damit zu beschäftigen, wie die Gebäude rund um die beiden Steinbauten am historischen Marktplatz – das Rathaus und das Tempelhaus – wiederaufgebaut werden sollten. Mit einer Stimme Mehrheit – so berichtet Susanne Kiesel – entschied man sich für einen modernen Marktplatz. So entstand ein Bauensemble im 50er-Jahre-Stil.

34 Jahre später war der Marktplatz erneut Gegenstand einer Abstimmung im Rat. Mit wiederum einer Stimme Mehrheit – ein Ratsherr stimmte nicht mit seiner Fraktion – fiel der Beschluss, dem Marktplatz sein historisches Gesicht wiederzugeben. Der „neue“ Marktplatz wurde 1990 eingeweiht. Eine gute Entscheidung, wie ich finde!

Rekonstruierte Fachwerkfassade am Hildesheimer Marktplatz – Foto: Beate Ziehres

Rekonstruierte Fachwerkfassade am Hildesheimer Marktplatz – Foto: Beate Ziehres

Schnitzerei an der Fassade des Knochenhaueramtshauses, in Richtung Rathaus gewandt – Foto: Beate Ziehres

Schnitzerei an der Fassade des Knochenhaueramtshauses, in Richtung Rathaus gewandt – Foto: Beate Ziehres

Hildesheim, Marktplatz: Blick ins Innere des Knochenhaueramtshauses – Foto: Beate Ziehres

Blick ins Innere des Knochenhaueramtshauses – Foto: Beate Ziehres

Zum Kaffee ins Kleine Röstwerk

Unweit des Marktplatz macht mich Susanne Kiesel auf ein mittelalterliches Steuerparadies aufmerksam: den umgestülpten Zuckerhut. Das mehrstöckige Fachwerkhaus hat nur winzige 17 Quadratmeter Grundfläche. Durch die weiten Auskragungen sind die  oberen Geschosse deutlich größer. Doch die Obergeschosse wurden früher bei der Festsetzung der Steuer nicht berücksichtigt.

Unten klein, oben deutlich größer: der umgestülpte Zuckerhut in Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Unten klein, oben deutlich größer: der umgestülpte Zuckerhut in Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Heute ist das erst 2010 rekonstruierte Haus Anlaufpunkt für Kaffeeliebhaber: Im umgestülpten Zuckerhut und im ebenfalls denkmalgeschützten Nebengebäude aus den 50er-Jahren genießen die Gäste frischgerösteten Kaffee. Der Duft, der aus dem „Kleinen Röstwerk“ dringt, spricht für sich.

Hier treffen wir auch die Stadtjungfer Renata, besser gesagt Björg Thies. Sie ist im Kostüm der Jungfer in der einbrechenden Dunkelheit unterwegs zu einer Stadtführung.

Björg Thies als Stadtjungfer Renata – Foto: Beate Ziehres

Björg Thies als Stadtjungfer Renata – Foto: Beate Ziehres

Eindrücke vom Weihnachtsmarkt in Hildesheim

Nun stehe ich auf dem Marktplatz, inhaliere den köstlichen Duft von offenem Feuer mit frischem finnischem Lachs darüber und von Glühwein. Die klammen Finger wärme ich an einem Eierpunsch, dabei beobachte ich, wie die Weihnachtspyramide sich gemächlich dreht. Vor der 50er-Jahre-Kulisse war dieser Weihnachtsmarkt sicherlich nur halb so schön.

 

Einfach zauberhaft: Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz von Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Einfach zauberhaft: Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz von Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Übrigens stelle ich auch fest, dass die Hildesheimer ihren Weihnachtsmarkt lieben und schätzen. Zu allen Tageszeiten kommen viele Besucher, essen Bratwürste in Brötchen, so groß wie Baguettes, genießen heißen Kakao mit flüssiger Schokolade oder warme Germknödel.

Weihnachtsstimmung auf dem Marktplatz von Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Weihnachtsstimmung – Foto: Beate Ziehres

Weihnachtspostamt Himmelsthür mit Außenstelle in Hildesheim

Eine Besonderheit des Hildesheimer Weihnachtsmarktes ist die Außenstelle des Weihnachtspostamts Himmelsthür. Erstmals können die Kinder in diesem Jahr direkt auf dem Weihnachtsmarkt ihren Brief an den Weihnachtsmann basteln und abgeben. Ab 12 Uhr wartet Manfred Jüngerkes oder sein Kollege – gewandet in historische Postler-Uniformen – auf Kinder. Allerdings: Die beiden vertrauenserweckenden Herren nehmen die Briefe nur entgegen. Gelesen und beantwortet werden sie von anderen Postmitarbeitern.

Das Weihnachtspostamt Himmelsthür hat eine Außenstelle auf dem Weihnachtsmarkt in Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Das Weihnachtspostamt Himmelsthür hat eine Außenstelle auf dem Weihnachtsmarkt in Hildesheim – Foto: Beate Ziehres

Manfred Jüngerkes hilft den Kindern beim Basteln des Wunschzettels – Foto: Beate Ziehres

Manfred Jüngerkes hilft den Kindern beim Basteln des Wunschzettels – Foto: Beate Ziehres

Kobolde und andere Fabelwesen treiben während des Weihnachtsmarkts in einem kleinen Wald neben dem historischen Rathaus in der Rathausstraße ihr Unwesen. Der Sagenwald wird geheimnisvoll angestrahlt und die passenden Geschichten sind ebenfalls zum Nachlesen präsent.

Der Hildesheimer Sagenwald – Foto: Beate Ziehres

Der Hildesheimer Sagenwald – Foto: Beate Ziehres

Öffnungszeiten des Weihnachtsmarkts in Hildesheim

Das vorweihnachtliche Spektakel auf dem alten Marktplatz und auf dem Platz hinter dem historischen Rathaus beginnt traditionell am Montag nach dem Totensonntag, also schon vor dem ersten Advent.

Öffnungszeiten:

  • täglich von 11 bis 20 Uhr, einzelne Stände bis 21.30 Uhr
  • geschlossen am 24. und 25. Dezember
  • Dezember ab 14 Uhr
  • letzter Markttag: 27. Dezember

Informationen zum abwechslungsreichen Programm finden Sie auf der Webseite des Hildesheimer Weihnachtsmarktes.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Hildesheim

Mit der Michaeliskirche, dem Dom mit dem sagenhaften 1000-jährigen Rosenstock und dem Dommuseum samt Domschatz steht Hildesheim auf der UNESCO-Welterbe-Liste. Viel Wissenswertes rund um die Welterbe-Stätten und den historischen Markplatz erfahren Sie direkt auf dem Marktplatz im Besucherzentrum Welterbe. Das Besucherzentrum ist im historischen Tempelhaus untergebracht.

Hinweis: Ich habe Hildesheim im Rahmen einer Pressereise auf Einladung der Stadt Hildesheim in Kooperation mit der TourismusMarketing Niedersachsen GmbH (TMN) kennengelernt. Dieser Beitrag ist nicht bezahlt und meine Meinung wurde nicht beeinflusst. Weitere Informationen zum Reiseland Niedersachsen erhalten Sie unter: www.reiseland-niedersachsen.de und der Service-Nummer 0511 270 488 0 (kostenfrei).

2018-12-06T15:01:24+00:00Von |Deutschland|0 Kommentare

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