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Überraschende Bilder aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

Es ist schon wieder Zeit für einen Rückblick auf die erste Hälfte des Reise- und Fotojahres 2018. Angeregt von Michael von Erkunde die Welt habe ich meinen Bildbestand durchforstet, in Erinnerungen geschwelgt, ausgesucht – und am Ende wieder von vorne angefangen. Letztendlich habe ich mich für viele Bilder entschieden, die während Tagesausflügen in die Umgebung oder Spaziergängen an meinem Wohnort entstanden sind – also in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Aber eine Kurzreise ins Markgräflerland ist auch dabei.

Was man im Winter in Thale machen kann

Fangen wir im Harz an. Nach wochenlanger, klirrender Kälte sind wir eines schönen Samstags nach Thale gefahren. Unser Plan: Wir wollten einen Spaziergang ins tiefgekühlte Bodetal machen und uns anschließend in der Bodetal-Therme wieder aufwärmen.

Insgeheim habe ich auf ein paar schöne Fotomotive gehofft – und tatsächlich! Die Bode war teilweise zugefroren und der Spaziergang vom Kletterwald Thale bis zur Gaststätte Königsruhe war wunderschön. Hier ist mein Beitrag zur Kategorie „nass“:

Nass: die teilweise gefrorene Bode bei Thale im Harz – Foto: Beate Ziehres

Nass: die teilweise gefrorene Bode bei Thale im Harz – Foto: Beate Ziehres

Als die „Königsruhe“ in Sicht kam, waren wir schon reichlich durchgefroren. Deshalb haben wir es uns am warmen Kachelofen gemütlich gemacht. Den warmen Pflaumenkuchen, den ich mir bestellt habe, kann ich nur als göttlich bezeichnen.

So haben wir gestärkt den Rückweg angetreten, um Teil 2 unseres Planes umzusetzen: schwitzen in der Bodetal-Therme. Warm ist uns geworden, sogar schon an der Kasse. Der Wochenendpreis für zwei Stunden mit Sauna war richtig happig: 22 Euro kostete uns das kurze Vergnügen pro Person.

Weitere Sehenswürdigkeiten im winterlichen Thale:

  • DDR-Museum Thale
  • Hüttenmuseum Thale
  • Kloster Wendhusen
  • Fahrt mit der Kabinenbahn zum Hexentanzplatz
  • Harzeum am Hexentanzplatz

Ausflug zum wohl schönsten See im Harz

Wo wir gerade im Harz sind: Eine Woche nach Ostern, als der letzte Schnee schlagartig geschmolzen war, haben wir unsere erste Ausfahrt mit dem Motorrad unternommen. Natürlich in den Harz, das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands. Mein Schatz wollte zur Rappbode-Talsperre, wo das Unternehmen Harzdrenalin im vergangenen Sommer die längste Seilhängebrücke der Welt installiert hat und eine Megazipline betreibt. Obwohl der Rekord schon kurze Zeit nach der Eröffnung von den Schweizern gebrochen wurde, treibt die Brücke das Publikumsaufkommen an der Rappbode-Talsperre weiter in die Höhe. Unser Fazit: nicht mehr schön!

Stattdessen sind wir ein paar Kilometer weiter gefahren: zum Blauen See bei Rübeland. Schon auf dem Parkplatz stellen wir fest: Auch der Blaue See ist kein Geheimtipp mehr, aber ungebrochen schön blau. Hier ist mein Bild für die Kategorie Farbtupfer entstanden.

Farbtupfer in Pink am blauen See bei Rübeland im Harz, Sachsen-Anhalt – Foto: Beate Ziehres

Farbtupfer in Pink am blauen See bei Rübeland im Harz, Sachsen-Anhalt – Foto: Beate Ziehres

Geheimtipp in Sachsen-Anhalt: Schloss Seggerde

Das Motiv meines zweiten Beitrags zur Kategorie Farbtupfer ist ebenfalls in Sachsen-Anhalt – dem Land, in dem auch ein Teil des Harzes liegt – entstanden. Einen Katzensprung von meinem Wohnort entfernt liegt in Richtung Haldensleben das Wasserschloss Seggerde – im Dornröschenschlaf.

An einem der ersten schönen Tage dieses Jahres sind wir zufällig an Seggerde vorbeigekommen. Ich war ewig nicht am Schloss und habe deshalb spontan einen Abstecher vorgeschlagen. Es hat sich gelohnt! Schloss Seggerde ist ein echter Geheimtipp. Im parkähnlichen Garten des Schlosses ist man auch an einem zauberhaften Frühlingssonntag beinahe alleine.

Farbtupfer: Brücke im Park von Schloss Seggerde in Sachsen-Anhalt – Foto: Beate Ziehres

Farbtupfer: Brücke im Park von Schloss Seggerde in Sachsen-Anhalt – Foto: Beate Ziehres

Verkannt am Rande Niedersachsens: Helmstedt

Helmstedt? Wo liegt das denn? Wenn immer ich auf die Frage, woher ich denn komme, wahrheitsgemäß mit „Helmstedt“ antworte, schließt sich unweigerlich diese zweite Frage an. Früher war das anders. Da wusste man allgemein, dass in Helmstedt einer der größten Grenzübergänge in die DDR lag. Doch heute scheint dieses Kapitel deutscher Geschichte vergessen zu sein. Den meisten Leuten sagt Helmstedt gar nichts mehr.

Schlimmer noch empfinde ich das ebenfalls verbreitete Halbwissen, welches die Frage hervorbringt, auf welcher Seite der Grenze Helmstedt lag! Also: Helmstedt liegt am östlichen Rand des Bundeslandes Niedersachsen an der A2, etwa auf halber Strecke zwischen Hannover und Berlin. Die nächsten größeren Städte sind Wolfsburg, Braunschweig und Magdeburg – allesamt Orte, die das Schicksal Helmstedts teilen. Man weiß sie nicht so richtig geografisch zu verorten.

In Helmstedt jedenfalls – genauer gesagt im Ortsteil Barmke – entstanden jedenfalls die beiden folgenden Bilder für die Kategorie Kontraste und Nahaufnahme. Während eines Spaziergangs am Ostersamstag zeigte sich nach völlig überraschendem, ergiebigen Schneefall gegen Abend doch noch die Sonne und animierte mich zu diesem Schuss:

Kontraste beim Spaziergang in Barmke, einem Ortsteil von Helmstedt, Niedersachsen – Beate Ziehres

Kontraste beim Spaziergang in Barmke, einem Ortsteil von Helmstedt, Niedersachsen – Beate Ziehres

Noch ein Bild aus Helmstedt: Zu meinem Geburtstag habe ich dieses Jahr eine Radtour mit der Familie initiiert. Dabei kamen wir an dieser Kamelherde vorbei, die ich sonst immer nur – wie auf einer Safari – durch Autoscheiben und aus sicherer Entfernung beobachtet hatte. Und siehe da: Die Tiere kamen neugierig heran und ließen sich sogar streicheln!

Nah dran an den Kamelen in Helmstedt, Niedersachsen – Foto: Beate Ziehres

Nah dran an den Kamelen in Helmstedt, Niedersachsen – Foto: Beate Ziehres

Lieblingsmotiv am Mittellandkanal: die Autostadt in Wolfsburg

Wo ich gerade von Wolfsburg sprach: In der Autostadt – wunderschön am Mittellandkanal und am VW-Hafen vor der Kulisse des Volkswagen-Kraftwerks gelegen – finde ich immer schöne Fotomotive. Ein Widerspruch in sich, meinen Sie? Mitnichten! Die Architekten der Autostadt haben ganze Arbeit geleistet. Die modernen Gebäude liegen in einer surrealistisch anmutenden künstlichen Parklandschaft.

Die Verantwortlichen der Autostadt beweisen immer wieder ein todsicheres Gespür für außergewöhnliche Veranstaltungen, schöne Stimmungen und tolle Beleuchtung. So findet beispielsweise das Kulturfestival „Movimentos“ seit vielen Jahren im alten Kraftwerk des Volkswagenwerks statt. Alleine der abendliche Weg über das Wasser zum Kraftwerk ist jedes Jahr wieder ein Erlebnis.

Nächtliche Impression aus der feierlich beleuchteten Autostadt in Wolfsburg, Niedersachsen – Foto: Beate Ziehres

Nächtliche Impression aus der feierlich beleuchteten Autostadt in Wolfsburg, Niedersachsen – Foto: Beate Ziehres

 

Das VW-Kraftwerk in Wolfsburg in Movimentos-Laune – Foto: Beate Ziehres

Das VW-Kraftwerk in Wolfsburg in Movimentos-Laune – Foto: Beate Ziehres

Dieses Jahr hat mich glücklicherweise meine Freundin Karen mitgenommen zu „Movimentos“. Ich selbst versäume jedesmal das kurze Zeitfenster, in dem Karten für das Festival erhältlich sind. Als wir im Foyer ein Gläschen Champagner nahmen, erzählte mir Karen, dass „Movimentos“ dieses Jahr letztmalig im Kraftwerk stattfindet. Die momentan stillgelegte Anlage soll für den Umstieg Volkswagens von Kohle auf Gas modernisiert werden und steht nicht mehr als Veranstaltungsort zur Verfügung. Schade. Deshalb mein schönstes Bild: letzte Impression aus der Bar im Kraftwerk.

Mein Lieblingsbild: Die Bar im VW-Kraftwerk während des Movimentos-Festivals der Autostadt, Wolfsburg

Mein Lieblingsbild: Die Bar im VW-Kraftwerk während des Movimentos-Festivals der Autostadt in Wolfsburg

Im äußersten Südwesten der Republik: Bad Bellingen und Weil am Rhein

Hier nun noch zwei Bilder aus der Ferne: dem Markgräflerland. Genauer gesagt aus Bad Bellingen und aus Weil am Rhein. Auf Einladung von Schwarzwald-Tourismus haben wir diese Region – von der die meisten Menschen ebenfalls nicht wissen, wo sie liegt – entdeckt. Das Markgräflerland liegt im Dreiländereck Frankreich–Schweiz–Deutschland, also im südwestlichsten Zipfel Deutschlands. Südlich von Freiburg und zu Füßen des Schwarzwalds herrscht ein besonders mildes Klima. Deshalb produzieren die Winzer hier ausgezeichnete Weine. Rebarten wie der Gutedel, die in anderen deutschen Weinregionen nicht wachsen, gedeihen hier prächtig.

An der Route des Gutedelwandertages, die von Bad Bellingen aus durch die Weinberge führt, ist mir im Mai dieses Bild für die Kategorie „nah“ gelungen: eine blühende Weinrebe.

Weinrebe in Bad Bellingen in der Blüte – Beate Ziehres

Nahaufnahme: Weinrebe in Bad Bellingen in der Blüte – Beate Ziehres

Was es mit dem Vitra Campus auf sich hat

Auch nach Weil am Rhein führte uns die Reise durchs Markgräflerland: auf den Vitra Campus. Die Sammlung von Gebäuden zeitgenössischer Architekten auf dem Firmengelände des Möbelherstellers Vitra hat sich seit den 1990er-Jahren zu einem Besuchermagneten in der Region Basel entwickelt.

Der Vitra Campus umfasst Fabrikationshallen, aber auch architektonische Highlights wie das Feuerwehrhaus von Zaha Hadid aus dem Jahr 1993 und das 1989 erbaute Vitra Design Museum von Architekt Frank Gehry. Die Idee zum Vitra Campus wurde geboren, nachdem im Jahr 1981 wichtige Teile der Produktion einem Großbrand zum Opfer gefallen waren.

Unser Bildbeitrag zum Thema Kontraste entstand im 2010 eröffneten Vitra-Haus. Das Gebäude, das wirkt wie ein Haufen planlos aufgestapelter Giebelhäuser, dient als Besucherzentrum und Flagship-Store. Hier haben wir mehr über die Entstehung der Vitra-Design-Klassiker wie beispielsweise den „Lounge Chair“ des amerikanischen Designerpaares Charles und Ray Eames gelernt. Und uns ganz nebenbei Inspiration für künftige Möbelanschaffungen geholt.

Kontraste im Vitra-Haus in Weil am Rhein – Foto: Bernd Ewert

Kontraste im Vitra-Haus in Weil am Rhein – Foto: Bernd Ewert

  • Mehr über das letzte Movimentos-Festival im VW-Kraftwerk lesen Sie  hier auf dem Blog von Leonie Lauren.
  • Rezeptideen aus dem Südwesten Deutschlands präsentiert die Markgräflerin Karin Schindler auf ihrem Blog.
  • Und hier ist mein Reiserückblick 2. Halbjahr 2017 mit Zielen in Deutschland, Italien und Kroatien.
  • Vielleicht interessiert Sie auch, was wir während unserer Reise durchs Markgräflerland außerdem gesehen und erlebt haben? Hier geht’s zu unserem Blogbeitrag.
  • Und wenn Sie wissen wollen, wie es in der Altmark in Sachsen-Anhalt schmeckt, kann ich diesen Beitrag empfehlen.

 

2018-10-24T14:12:10+00:00Von |Deutschland|4 Kommentare

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4 Kommentare

  1. Michael 18. Juli 2018 um 6:31 Uhr - Antworten

    Hallo Beate,
    Klasse, dass du mitmachst und deine Bilder mit uns teilst! Es muss nicht immer in die Ferne gehen – unser Heimatland hat ebenfalls tolle Ecken zu bieten, nicht wahr?!
    Lg Michael

    • Beate Ziehres 18. Juli 2018 um 10:31 Uhr - Antworten

      Hallo Michael,
      genauso sehe ich das auch ;-). Danke für Deinen Kommentar!
      LG, Beate

  2. nossy 29. Juli 2018 um 21:26 Uhr - Antworten

    Deutschland hat so viele schöne Ecken. Danke, dass du ein paar Highlights in dieser Parade mit uns teilst!
    In Thale war ich sogar auch schon mal, allerdings im Sommer und nicht im Winter. Wobei das bestimmt auch seinen reiz hat, wie man dein deinem Foto ganz gut sehen kann 😉

    Viele Grüße
    nossy

    • Beate Ziehres 6. August 2018 um 18:36 Uhr - Antworten

      Hallo nossy,

      Du sagst es! Thale ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Im Sommer gibt es sogar noch sehr viel mehr zu sehen und zu erleben, als im Winter :-). Danke für Deinen Kommentar!

      Viele Grüße, Beate

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