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Essen in Tunesien: Märkte, Gewürze, Brik und Couscous

Das Essen ist einer von 1001 Gründen, die für einen Urlaub in Tunesien sprechen. Im Land des Couscous und der Harissa kann man es sich kulinarisch so richtig gut gehen lassen. Ich spreche von fruchtigen Oliven, saftigem Gemüse, süßen Datteln und köstlichem, im heißen Sand gebackenem Fladenbrot.

Märkte in Tunesien

Auf den Märkten zeigt sich die ganze Fülle, aus der die Köchinnen und Köche in Tunesien schöpfen können: Berge von grünen Bohnen, Fenchel und sogar Trüffel werden hier feilgeboten. Dazu Gewürze in einer bunten Vielfalt und in riesigen Mengen!

Essen in Tunesien: Überraschung auf dem Markt von Tataouine: Trüffel

Überraschung auf dem Markt von Tataouine: Trüffel

Tataouine

Um es vorweg zu nehmen: Ich habe keine Trüffel mit nach Hause genommen. Denn ich entdeckte sie schon zu Beginn meiner Rundreise durch den Süden Tunesiens: auf dem Markt in Tataouine.

 

Über den Markt von Tataouine zu bummeln, ist ein einzigartiges Erlebnis. Fernab von jeglichem Touristenrummel zeigt sich Tunesien hier ganz authentisch. Die Händler gehen ihren Geschäften nach, die Bewohner der Stadt machen Besorgungen. Viele Männer tragen den traditionellen, wollenen Burnus, die Frauen bunte, lange Röcke. Auch die Technik, die manche Frauen einsetzen, um schwere Einkäufe unter Zuhilfenahme des Kopfes nach Hause tragen, beeindruckt mich sehr.

Tunis

Vor dem Rückflug besuche ich den Markt in der Altstadt von Tunis, um mich einzudecken mit Gewürzen, Datteln, Oliven und Olivenöl. Denn in den Geschmack Tunesiens habe ich mich schon in den ersten Tagen verliebt. Ich will unbedingt zuhause einige Gerichte nachkochen und auch meinen Lieben ein paar Köstlichkeiten Nordafrikas näherbringen.

In der Markthalle in der Medina von Tunis werde ich auf jeden Fall fündig: Die ganze Gewürzvielfalt Nordafrikas steht hier in Säcken bereit. Dazu Oliven in allen denkbaren Variationen, Berge von frischer Petersilie und anderen Gemüsearten. Ich kaufe Chili- und Currypulver in Tüten, frisch abgewogen und abgefüllt nach meinen Wünschen.

Außerdem lege ich mir einen Dattelvorrat zu. Das Zentrum des Dattelanbaus in Tunesien liegt übrigens in der Oase Tozeur am Nordrand der Sahara. Die köstlichste Sorte unter dieser typischen Frucht des Südens ist die Deglet El Nour – sie zergeht auf der Zunge!

Das Marktgeschehen in Tunis ist – wie das ganze Leben in der Hauptstadt – europäischer geprägt als im Süden Tunesiens. Das gilt auch für das Essen im grünen Norden, wo Olivenhaine und Weinreben das Landschaftsbild bestimmen.

Landestypische Gewürze in Tunesien

Da kaum ein Gericht in Tunesien ohne Harissa auskommt, kaufe ich davon auf dem Markt in Tunis gleich ein ganzes Eimerchen. Die typisch nordafrikanische, rote Würzpaste hat es in sich – mal mehr, mal weniger, je nach Zusammensetzung. Sie besteht aus Pfefferschoten, Olivenöl, Knoblauch, Kümmel und manchmal Petersilie.

An den Marktständen wird Harissa in unterschiedlichen Schärfegraden angeboten. Harissa ist in vielen landestypischen Gerichten bereits enthalten. Trotzdem wird die scharfe Würzpaste noch zusätzlich separat gereicht. Weitere typische Gewürze Tunesiens sind Kreuzkümmel und Kurkuma. Süßes Gebäck und nach dem Essen angebotenes Baklava wird mit Rosenwasser und Honig aromatisiert.

Essen in Tunesien: Gewürze auf dem Markt von Tunis

Gewürze auf dem Markt von Tunis.

Mediterran-italienische Einflüsse zeigen sich in der Küche ganz Tunesiens, aber besonders im Norden. Gerne verwenden die Köchinnen und Köche Zitronensaft, um den Gerichten eine fruchtig-frische Note zu geben. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass dieser Händler auf dem Markt von Tunis leidenschaftlich mit Zitronen handelt.

Essen in Tunesien: Zitronen-Händler in Tunis

Zitronen-Händler in Tunis, Tunesien.

An seinem überaus fotogenen Stand betreibt der Mann ein außergewöhnliches Hobby. Er dreht den Spieß um und fotografiert Touristen und Marktbesucher, umrahmt von seinen Zitronen.

Tunesien: landestypisches Essen

In der tunesischen Küche wird viel Gemüse verarbeitet, dazu Lamm- oder Hammelfleisch, Hühnchen und Fisch. Als Beilage gibt es Couscous und Fladenbrot, hin und wieder auch Reis. Die bei uns überaus beliebte Kartoffel gibt es in Tunesien auch, hier fällt sie allerdings unter die Rubrik Gemüse.

Chorba

Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich eine große Schwäche für Suppen habe. Chorba, die typische Suppe, die in Tunesien oft vor dem Hauptgang gereicht wird, hat mich wirklich vom Hocker gerissen. Jeder Koch bereitet Chorba nach seinem eigenen Rezept zu. Und so unterschiedlich die Zutaten, so unterschiedlich ist auch der Schärfegrad von Chorba.

Mein absoluter Favorit unter allen Chorba-Varianten, die ich probiert habe, kam im Wüstencamp Zmela auf den Tisch. Der Hammer! Aromatisch-scharf aus Lammfleisch zubereitet und mit einer Einlage aus verschiedenen Gemüsen und kleinen reiskornförmigen Nudeln. Nur der Koch weiß, welche Gewürze hier für den wunderbaren Geschmack verantwortlich sind.

Brik

Brik nennt sich eine tunesische Spezialität – eine Art Fingerfood – aus wenig Blätterteig und viel Füllung. Das gerollte Teigblatt ist auf jeden Fall mit Ei gefüllt und optional zusätzlich mit Fleisch oder Thunfisch. Auch hier ist der Phantasie des Kochs oder der Köchin keine Grenze gesetzt. Wichtig: Das gefüllte Werk wird in Olivenöl knusprig ausgebacken, mit frischer Zitrone serviert und heiß gegessen.

Mir hat die Brik-Variante im Restaurant des Troglodyten-Hotels Kenza im Berberdorf Chenini in der Nähe von Tataouine am besten geschmeckt. Vielleicht hat dazu auch die authentische Umgebung und Einrichtung der Gaststätte beigetragen. Wenn Sie Chenini besuchen, sollten Sie unbedingt einen Besuch in diesem Lokal und vielleicht sogar eine Übernachtung in einer traditionellen Wohnhöhle einplanen.

Essen in Tunesien: Brik

Brik

Mechouia-Salat

Eine Brik-Abwandlung namens „Finger der Fatima“ wurde im Wüstencamp Zmela serviert. Hat ebenfalls sehr gut geschmeckt. Auf dem Teller ist neben dem „Finger der Fatima“ auch Mechouia-Salat aus gegrilltem Gemüse – meist süße und scharfe Paprika, Tomaten und Auberginen – zu sehen. Vielerorts kommt der pikant gewürzte Salat schon zum Frühstück auf’s Buffet. Da ist für mich der Tag gerettet!

Essen in Tunesien: Brik Finger der Fatima und Mechouia-Salat .

Brik „Finger der Fatima“ und Mechouia-Salat.

Couscous

Couscous ist das Essen in Nordafrika und den Golfstaaten schlechthin. Es handelt sich dabei um grobkörnigen Hartweizengrieß, der im Dampf einer Gemüse-, Fleisch- oder Fischsauce gegart wird. Der Grieß wird mit einer Art schmackhaftem Eintopf übergossen, der große Stücke unterschiedlicher Gemüse enthält. Dazu gibt es geschmorte Hühnchen- oder Lammstücke.

Essen in Tunesien: Couscous mit Hühnchen im Wüstencamp Zmela

Couscous mit Hühnchen im Wüstencamp Zmela

Fladenbrot, im heißen Sand gebacken

Fladenbrot ist nicht gleich Fladenbrot. Und im Wüstencamp Zmela ähnelt das Brotbacken einer Zeremonie. Wenn die Dunkelheit angebrochen ist, versammeln sich alle Gäste an einem windgeschützten Ort um ein Feuer, das im Wüstensand entfacht wurde.

Während das Feuer niederbrennt und die Menschen über das Woher und Wohin schwatzen, formt der Koch aus dem vorbereiteten Teig einen riesigen Fladen. Das Brot wird anschließend im vom Feuer erhitzen Sand gebacken. Noch warm und pur genossen  ist es das köstlichste Fladenbrot, das ich jemals gegessen habe! Alleine dieses Brot wäre für mich Anlass genug, wieder ins Wüstencamp Zmela zu fahren.

Baklava

 Ein Essen in Tunesien wird gekrönt von süßem Gebäck. Wer jemals in der Türkei oder in Griechenland war, kennt Baklava. Die knusprigen, honigsüßen Kunstwerke enthalten Mandeln, Nüsse, Datteln oder eine Pistazienpaste. Manche sind mit Rosenwasser aromatisiert.

Mehr inspirierenden Lesestoff über die tunesische Küche finden Sie hier.

Deshalb liebe ich kulinarische Souvenirs

Tatsächlich habe ich mich bisher zuhause an Mechouia-Salat versucht. Ich finde, er ist ganz gut gelungen, nächstes Mal werde ich ihn weiter optimieren. Die Harissa im Eimerchen nimmt ab, ebenso wie das Olivenöl und die anderen mitgebrachten Gewürze. Oliven und Datteln sind sowieso längst verputzt.

Diesen Aspekt liebe ich an Souvenirs zum essen besonders: Nichts hält die Erinnerung an eine Reise in ein fernes Land so nachhaltig wach wie der Geschmack und der Geruch von Speisen. Und ich brauche nichts abzustauben …

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade Kulinarische Souvenirs , zu der Ina von Genussbummler eingeladen hat. Es war mir mal wieder ein Vergnügen, mich an meine Reise nach Tunesien zu erinnern und über die kulinarischen Genüsse, die mich dort erwartet haben, zu schreiben.

2019-07-02T17:00:24+02:00Von |Afrika, Essen & Trinken|0 Kommentare

Über den Autor:

Beate ist hauptberufliche Bloggerin und Journalistin. Auf diesem und auf anderen Blogs zeigt sie Ihnen die Welt, wie sie ihr gefällt. Im Sommer ist sie gerne mit dem Motorrad, dem Cabrio oder auf irgendwelchen Booten unterwegs. Im Winter zieht es sie in wärmere Gefilde. Deshalb testet sie auch leidenschaftlich Thermalbäder, Saunen und andere Wellnesstempel.

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