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Skulptur-Projekte Münster 2017: Vorsicht Kunst!

Unser ursprünglicher Plan war, an einem August-Wochenende in aller Ruhe Münster zu erkunden. Daraus wurde nichts. Speziell aus der Ruhe. Wir hatten nicht einkalkuliert, dass in diesem Sommer 2017 die Ausstellung Skulptur-Projekte stattfindet. Inzwischen die 5. Veranstaltung dieser Art, die alle zehn Jahre wiederkehrt.

So wirkt Münster für fast vier Monate magnetisch auf Kunstbegeisterte aus aller Welt. Zur Halbzeit haben bereits 350.000 Gäste die internationale Ausstellung gesehen. Und wir fragen uns, wieso alle ausgerechnet das gleiche Wochenende wie wir für ihren Besuch gewählt haben. Das Gewimmel ist unbeschreiblich und am Abend sind wir glücklich, weder von einem Fahrrad noch von einem Bus überfahren worden zu sein.

Skulptur-Projekte Münster: Highlight am Hafen

Die erste Skulptur und zugleich das beliebteste der 35 in der Stadt verteilten Exponate entdecken wir zufällig auf der Suche nach einem Restaurant im Stadthafen. Das heißt, eigentlich sehen wir nur Menschen über das Wasser wandeln. Dieses Phänomen weckt unser Interesse.

Ein Blick auf den stets mitgeführten Plan zeigt: Das Werk von Ayse Erkmen heißt „Auf dem Wasser“. Die Bezeichnung ist etwas irreführend, denn der Steg, den die Künstlerin zwischen den beiden Ufern installiert hat, liegt knapp unter der Wasseroberfläche. So entsteht der beobachtete und auch erwünschte Effekt. Leider ist es gerade 20 Uhr, als wir am Hafen eintreffen und das Kunstwerk wird geschlossen.

Im Hafen in Münster gehen die Leute dank Ayse Erkmens Skulptur übers Wasser – Foto: Beate Ziehres

Im Hafen in Münster gehen die Leute dank Ayse Erkmens Skulptur übers Wasser – Foto: Beate Ziehres

Das LWL-Museum Münster: Zentrale der Skulptur-Projekte

Am 2. Tag unseres Münster-Aufenthalts verfallen wir in einen regelrechten Skulpturen-Rausch. Überall sehen wir vermeintliche Kunstwerke. Und immer wieder stellen wir uns die Frage: Ist das Kunst oder vielleicht doch nicht? Und wenn ja, was will uns der Künstler damit sagen?

Ein sicheres Indiz für ein Skulptur-Projekt ist eine diskutierende Menschentraube vor dem Exponat. Besonders gehäuft treten die Menschenansammlungen vor dem LWL-Museum für Kunst und Kultur auf. Hier befinden sich die Zentrale der Skulptur-Projekte und das Archiv der Ausstellung.

LWL-Museum Münster: Wir können nur vermuten, dass die Transportkiste zur Installation gehört – Foto: Beate Ziehres

Wir können nur vermuten, dass die Transportkiste vor dem LWL-Museum zur Installation gehört – Foto: Beate Ziehres

Dauerausstellung im Garten der LBS West in Münster

Auf der Suche nach einer Erfrischung landen wir am Aasee und von hier aus auf der Promenade, die den Aasee mit dem Schlossgarten verbindet. Hier im Garten der LBS West haben mehrere Skulpturen aus den vergangenen Jahren einen dauerhaften Standort gefunden. Und wieder stellen wir verwundert fest, dass Objekte, die ich persönlich für einen Bestandteil der Haustechnik gehalten habe, in Wirklichkeit Kunst sind.

Wer findet die Skulptur am Gebäude der LBS West in Münster? – Foto: Beate Ziehres

Wer findet die Skulptur am Gebäude der LBS West in Münster? – Foto: Beate Ziehres

Im Park vor der LBS West in Münster: Skulptur von Henry Moore aus früheren Jahren – Foto: Beate Ziehres

Im Park vor der LBS West in Münster: Skulptur von Henry Moore aus früheren Jahren – Foto: Beate Ziehres

Kunst oder nicht? Auf jeden Fall ist das Wasserspiel im Park bei der LBS West in Münster schön anzusehen – Foto: Beate Ziehres

Kunst oder nicht? Auf jeden Fall ist das Wasserspiel im Park bei der LBS West in Münster schön anzusehen – Foto: Beate Ziehres

Abschließend stellen wir fest: Moderne Kunst macht Spaß, ist aber auch anstrengend. Mehr als 12 Kilometer sind wir an einem Tag gelaufen, ohne es wirklich bemerkt zu haben. Lediglich die Blasen an den Füßen erinnern uns daran, einen Blick auf den Schrittzähler zu werfen.

Praktische  Tipps

  • Bequemes Schuhwerk mitnehmen oder
  • ein Fahrrad ausleihen
  • in einer Münsteraner Buchhandlung für 6 Euro einen Führer durch die Ausstellung kaufen

Mehr Informationen auf der Webseite der Skulptur-Projekte.

Anreise und in Münster herumkommen

Wir sind mit der Bahn angereist und können dies weiterempfehlen. Stadtbusse fahren vom Haupteingang des Bahnhofs gesehen linkerhand ab. Die Information der Stadtwerke befindet sich gegenüber der zentralen Bushaltestelle. Hier erhalten Sie Tarifinformationen und vergünstigte Gruppentagesfahrscheine.

In der Fahrrad-Stadt Münster ist es selbstverständlich auch möglich, die Ausstellung per Fahrrad zu erfahren. Unter www.skulptur-projekte-bybike.de ist die Online-Buchung möglich. Daneben gibt es viele Möglichkeiten, spontan ein Fahrrad auszuleihen, beispielsweise am Bahnhof.

Unterkunft in Münster

Hotels, Pensionen, Privatzimmer und Ferienwohnungen finden Sie auf der Webseite von Tourismus Münster. Hier können Sie direkt buchen.

Unser Tipp: Wenn Sie nicht mit den Hühnern schlafen gehen, sondern das Nachtleben Münsters genießen wollen, sollten Sie sich für eine zentral gelegene Unterkunft entschieden. Die Stadtbusse werden abends ab etwa 21 Uhr von nur auf manchen Linien verkehrenden Nachtbussen abgelöst. Auch am Wochenende ist der Fahrplan stark ausgedünnt.

Die Skulptur-Projekte finden parallel zu jeder zweiten Documenta statt. Lesen Sie mehr über die Documenta 2017 in unserem Blogpost Ein Wochenende für die Kunst – Eindrücke von der 14. Documenta in Kassel.

2018-10-30T20:30:22+00:00Von |Deutschland|0 Kommentare

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