Ich bin ehrlich: bis vor einem Jahr war Sardinien maximal ein grauer Fleck auf meiner touristischen Landkarte. Doch dann nannte mein Freund die italienische Mittelmeerinsel als Wunschziel für eine zukünftige Reise. Also habe ich kurzerhand die Suchmaschine angeschmissen und war zwei Minuten später überzeugt. Ausschlaggebend waren für mich als selbsternannte Sonnenanbeterin die Bilder von karibisch anmutenden Sandstränden und kristallklarem Wasser.
Anfang Oktober 2025 hat die Realität dann gezeigt: schöner hätte ich mir die sardische Küste nicht erträumen können. Und als Kirsche auf der Torte ist Sardinien auch abseits der Strände absolut vielseitig, sehenswert und charmant! Deshalb möchte ich meine Erfahrungen und Lieblingsorte unseres Sardinien-Roadtrips mit Euch teilen – gepaart mit einigen Tipps sowie unserer 12-tägigen Reiseroute zum Nachfahren.
Inhalt
- Wissenswertes zu Sardinien
- Unsere Reiseroute ab Olbia – 12 Tage Mietwagen Rundreise im Norden Sardiniens
- Unsere drei Lieblingsunterkünfte auf Sardinien
- Von feinstem Sand bis zu Reiskornsteinchen – meine Lieblingsstrände auf Sardinien
- Pittoreske Sträßchen und lebhafte Häfen: zwischen Porto Cervo und Alghero
- Die besten Tipps für Aktivitäten: Wandern, Paddeln, Wellenlauschen
- Wichtige Infos für einen Roadtrip auf Sardinien – das solltet ihr wissen
Wissenswertes zu Sardinien
Vorab ein paar grundlegende Sardinien-Fakten:
- Mit etwa 24.000 km² ist Sardinien – direkt nach Sizilien – nicht nur die zweitgrößte Insel Italiens, sondern auch des Mittelmeeres. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt circa 270 Kilometer.
- Als autonome Region mit Sonderstatut gehört Sardinien zwar zu Italien, hat jedoch eine eigene Regionalverfassung und mehr Freiheiten in Bezug auf Verwaltung und Finanzen als andere italienische Provinzen.
- Die Hauptstadt Sardiniens ist Cagliari im Süden der Insel.
- Sardinien ist eine sogenannte Blue Zone, ein Gebiet dessen Bewohner eine außergewöhnlich hohe Lebenserwartung aufweisen. In den Bergregionen Barbagia und Ogliastra leben besonders viele Hundert- bzw. über Hundertjährige.
- Die Insel war bereits während der Jungsteinzeit besiedelt. Noch heute zeugen etwa 7.000 prähistorische Steintürme von der mystischen Nuraghenkultur.
- Der höchste Berg Sardiniens ist mit 1.834 Metern der Punta la Marmora.
Unsere Reiseroute ab Olbia – 12 Tage Mietwagen Rundreise im Norden Sardiniens
In der Theorie könnte man mit dem Mietwagen wohl auch ganz Sardinien innerhalb von 12 Tagen oder zwei Wochen bereisen – gerade einmal vier Stunden Fahrzeit trennen Cagliari und die Nordküste voneinander. Unserer Vorstellung eines entspannten Urlaubs, der Sightseeing mit sonnigen Stunden am Strand verbindet, entsprach das allerdings nicht. Da viele Orte, die unser Interesse geweckt haben – z.B. das La Maddalena Archipel und die Costa Smeralda – sich im Norden befinden, beschlossen wir, den südlichen Teil Sardiniens erst einmal außen vor zu lassen.
Die direkte Flugverbindung von Berlin nach Olbia bestätigte uns in dieser Entscheidung. Und so plante ich eine Route durch Sardiniens Norden mit vielen Höhepunkten, einigen Geheimtipps, traumhaften Stränden und pittoresken Altstädten. Etwa 800 Kilometer haben wir in 12 Tagen zurückgelegt, die längste Tagesetappe war dabei rund 200 Kilometer lang. Für einen Roadtrip fanden wir das recht leger, zumal ich versucht hatte, an den meisten Orten mehr als eine Übernachtung einzuplanen.
Als Inspiration für Euren eigenen Sardinien Roadtrip haben wir eine Karte mit unserem Routenverlauf zusammengestellt:

Route unseres Roadtrips im Norden von Sardinien.

Zeit für ein Buch am Strand – das erwarten wir von einem gelungenen Urlaub. Foto: Sebastian Lingk
Unsere drei Lieblingsunterkünfte auf Sardinien
Gewohnt haben wir während unserer Sardinien Rundreise mal in kleineren Hotels mit Pool, mal im Agriturismo und mal im persönlich geführten Gästehaus. Insbesondere diese drei kann ich sehr empfehlen:
- Hotel Palumbalza Porto Rotondo * – charmantes Hotel in Hanglage mit Garten, Pool und einem kleinen Kieselstrand, abseits des Trubels aber in idealer Ausgangslage für die schönsten Highlights der Costa Smeralda

Zauberhaftes Palumbalza Hotel.

Hotel in idealer Lage an der Costa Smeralda.
- Casale Valverde in Alghero * – ein liebevoll gestaltetes Gästehaus am Stadtrand von Alghero, die Gastgeberin bereitet morgens persönlich ein köstliches und gesundes Frühstück vor.

Lecker und gesund: das Frühstück in der Pension Casale Valverde. Foto: Sebastian Lingk
- Hotel & Glamping Borgo di Campagna * – stilvolle Glamping-Zeltunterkünfte auf dem Land und doch nur eine kurze Fahrtstrecke von Olbia entfernt.

Zelte mit Aussicht …

Gut geschlafen: Glamping Borgo di Campagna.
Insgesamt haben wir vier Nächte in Porto Rotondo, zwei Nächte in Alghero, eine Nacht in Oristano, drei Nächte am Golf von Orosei und eine Nacht südlich von Olbia verbracht.
Von feinstem Sand bis zu Reiskornsteinchen – meine Lieblingsstrände auf Sardinien
Sardinien verfügt über rund 1.850 Kilometer Küstenlinie – und einige der Strände werden Jahr für Jahr zu den schönsten Europas gekürt. Allein das ist vermutlich genug, um selbst Strandskeptiker ins Schwärmen zu bringen… Aber auch mich – als bekennender Strand-Fan – hat die Vielfalt der Strände wirklich überrascht: von puderzuckerweißem Sand über winzige Buchten bis hin zu Stränden aus feinen Quarzkörnchen, die unter den Füßen fast schon musikalisch knirschen.
Was Sardinien dabei so besonders macht, ist nicht nur die Optik, sondern auch die Unterschiedlichkeit der Küsten: Während der Norden rund um die Costa Smeralda mit türkisfarbenem Wasser und geschützten Buchten punktet, zeigt sich der Westen oft rauer, ursprünglicher und wilder – mit stärkerem Wind und beeindruckenden Wellen. Genau diese Kontraste machen einen Roadtrip entlang der Küste so spannend!
Seychellen-Feeling an der Spaggia Capriccioli
Ein absolutes Highlight war für mich die Spiaggia Capriccioli südlich von Porto Cervo. Mit ihren glatt geschliffenen Granitfelsen, dem türkisfarbenen Wasser und dem hellen Sand erinnerte sie mich tatsächlich eher an die Seychellen als ans Mittelmeer. Doch so nah an der Heimat – wer hätte das gedacht?!
Früh kommen lohnt sich aber selbst in der Nebensaison – zur Mittagszeit war der dem Strand am nächsten gelegene Parkplatz bereits voll. Doch da es sich bei Capriccioli streng genommen um vier Strände und Buchten handelt – West, Ost, Nord sowie den Hauptstrand zwischen West und Ost – ließ sich ein ruhiges Plätzchen für uns finden. Besonders schön: Je nach Tageszeit verändert das Wasser hier seine Farbe von sanftem Türkis bis hin zu fast unwirklichem Smaragdgrün.

Geheimer Ort zum Baden: die kleinen Zwischenbuchten der Spaggia Capriccioli.

Spiaggia Capriccioli an der Costa Smeralda.
La Pelosa – der Star unter Sardiniens Stränden
Ebenfalls ikonisch ist die Spiaggia La Pelosa bei Stintino. Das Wasser hier ist so klar und flach, dass es direkt einem Karibik-Werbespot entsprungen zu sein scheint – kein Wunder also, dass dieser Strand oft als Kulisse für Imagekampagnen dient. Der Blick auf den vorgelagerten Wachturm Torre della Pelosa verleiht dem Ganzen zusätzlich eine fast schon kitschig-schöne Postkartenkulisse.
Entsprechend beliebt ist dieser Strand – und ja, der Handtuch-Abstand ist definitiv geringer als in meiner Idealvorstellung. Trotzdem: Ein Bad in diesem glasklaren, ruhigen Wasser ist einfach unvergesslich. Durch den feinen Sand und die geringe Tiefe wirkt das Meer hier fast wie ein natürlicher Pool – perfekt, um einfach mal abzutauchen und alles andere zu vergessen.

In La Pelosa verführt das Wasser regelrecht zum Baden.

Ohne Worte: La Pelosa
Unberührter Is Arutas
Ganz anders, aber mindestens genauso beeindruckend, präsentiert sich Is Arutas auf der Halbinsel Sinis. Der Strand besteht aus winzigen weißen Quarzsteinchen, die in der Sonne schimmern und sich ganz anders anfühlen als klassischer Sand. Die Atmosphäre ist rauer, ursprünglicher – und das Meer oft etwas wilder. Genau das macht den Reiz aus!
Auf dem Weg dorthin entdeckten wir tatsächlich Flamingos in den Lagunen des Parco Naturale Regionale del Sinis – ein Moment, der sich sofort nach Abenteuer und Freiheit angefühlt hat. Wichtig zu wissen: Das Mitnehmen der Quarzkörnchen ist streng verboten (und wird auch kontrolliert), um diesen einzigartigen Strand zu schützen.

Sinis Is Arutas

Bewegtes Meer: Sinis Is Arutas

Einzigartige Naturlandschaft auf der Sinis Halbinsel.
Endlose Weite am Spaggia di Berchida
Ein weiterer Favorit ist die Spiaggia di Berchida. Kilometerlang, feinsandig und selbst zur schönsten Mittagszeit angenehm leer – genau so stellt man sich einen perfekten Strandtag vor. Die Anfahrt über einen etwa vier Kilometer langen Feldweg schreckt vielleicht den einen oder anderen ab – für uns war genau das der Grund, warum wir diesen Ort so genossen haben.
Hier gibt es keine Hotelanlagen, keine Promenade, sondern einfach nur Natur. Plus ein Restaurant. Zudem ist Berchida eine tolle Alternative zu den bekannteren (und streng regulierten) Stränden im angrenzenden Oasi di Biderosa Naturschutzgebiet – mit ähnlich schöner Landschaft, aber deutlich mehr Ruhe.

Sardinien, Spaggia di Berchida.
Weitere bekannte und beliebte Strände
Der Vollständigkeit halber sei auch die Cala Goloritzé genannt – eine der berühmtesten Buchten Sardiniens, bekannt für ihren weißen Kalkstein und die markante Felsnadel. Sie ist entweder per Boot oder über eine anspruchsvolle Wanderung erreichbar und entsprechend gut besucht. Ebenfalls sehr beliebt, besonders bei Familien, ist La Cinta: ein kilometerlanger, heller Sandstrand mit flachem Wasser, Blick auf Lagunen und einer beeindruckenden Bergkulisse im Hintergrund. Perfekt für entspannte Badetage.
Achtung: Reservierung benötigt!
Generell gilt: Für viele der bekanntesten Strände sind vor allem in der Hochsaison Reservierungen notwendig, teils inklusive Eintritt. 2025 war dies für rund 20 der Traumstrände der Fall, darunter auch La Pelosa und die Cala Goloritzé sowie weitere Buchten am Golf von Orosei an der Ostküste. Diese Reglementierung dient in erster Linie dem Naturschutz – denn so paradiesisch die Strände auch sind, sie sind gleichzeitig empfindliche Ökosysteme.
Und ehrlich gesagt: Wenn man einmal dort war, versteht man ziemlich schnell, warum diese Orte geschützt werden müssen. Wer sich also rechtzeitig informiert und vor einer kleinen Gebühr nicht zurückschreckt, wird mit einem unvergesslichen Strand-Erlebnis belohnt – irgendwo zwischen Karibik-Feeling, mediterraner Gelassenheit und echtem Naturwunder.
Pittoreske Sträßchen und lebhafte Häfen: zwischen Porto Cervo und Alghero
Nicht nur landschaftlich, auch städtebaulich hat die Mittelmeerinsel Sardinien einiges zu bieten – und die Kontraste könnten kaum größer sein. Zwischen mondänen Yachthäfen, mittelalterlichen Bergdörfern und bezaubernden Küstenstädten zeigt sich das Reiseziel von einer erstaunlich vielseitigen Seite.
Luxus und Gelassenheit an der Costa Smeralda
An der Costa Smeralda trifft man in Orten wie Porto Cervo oder Porto Rotondo auf die Sommerresidenzen der High Society: Designerboutiquen, elegante Restaurants und imposante Luxusyachten prägen hier das Bild. Im Oktober war es angenehm ruhig, viele Läden bereits geschlossen – was den Orten jedoch fast noch mehr Charme verlieh. Ohne Trubel ließ es sich wunderbar durch die gepflegten Gassen schlendern und entlang der Häfen verweilen. Gerade in der Nebensaison bekommt man einen ganz anderen, fast schon entspannten Eindruck von diesen sonst so glamourösen Orten.

Porto Cervo an der Costa Smeralda.

Porto Cervo

Sonnenuntergang über Porto Rotondo.

Appartement-Anlage in Porto Rotondo.
Mittelalterliches Flair in Castelsardo
Eher unerwartet, aber umso eindrucksvoller, haben wir Castelsardo im Norden der Insel wahrgenommen. Die mittelalterliche Altstadt thront spektakulär auf einem Hügel über dem Meer und wirkt schon von weitem wie aus der Zeit gefallen. Entlang der Strada Statale 134 bot sich von Osten kommend an einem Feldrand der berühmte Panoramablick auf die Stadt.
Oben angekommen erwartet einen ein Gewirr aus schmalen Gassen, Treppen und kleinen Plätzen, die immer wieder atemberaubende Aussichten auf das tiefe Blau des Mittelmeeres freigeben. Für mich eines der schönsten Stadtbilder der Reise – ursprünglich, authentisch und definitiv einen Besuch wert.

Blick auf Castelsardo.

Castelsardo
Katalanisches Flair in Alghero
Alghero versprühte wiederum ein ganz eigenes Flair. Die Stadt ist stark katalanisch geprägt – ein Erbe aus der Zeit, als sie unter aragonesischer Herrschaft stand – was sich bis heute in Architektur, Sprache und Kulinarik widerspiegelt. Besonders schön ist es hier zum Sonnenuntergang: Ein Spaziergang entlang der historischen Stadtmauer direkt am Meer, gefolgt von einem Streifzug durch die lebhaften Altstadtgassen, gehörte zu unseren liebsten Abendritualen. Zwischen kleinen Bars, Restaurants, Cafés und Boutiquen entsteht eine Atmosphäre, die gleichzeitig lebendig und entspannt ist. Und köstliche Pizza gibt’s obendrein!

Gasse mit dem Klassiker Fiat 500 in Alghero.

Gerne fotografiert: der Sonnenuntergang in Alghero.
Farbenfrohes Bosa am Fluss Temo
Nicht unerwähnt bleiben darf Bosa mit seinen pastellfarbenen Häuschen, die sich entlang des Fluss Temo den Hang hinaufziehen. Über der Stadt wacht die Burg Malaspina, die dem Ort zusätzlich eine einzigartige Kulisse verleiht. Bosa ist klein, überschaubar und genau der richtige Ort für einen entspannten Nachmittag: ein bisschen durch die Gassen schlendern, am Fluss entlangspazieren und einfach das ruhige Tempo genießen – fast so, als würde die Zeit hier ein wenig langsamer vergehen.
Ein kleiner Tipp: für die Fahrt von Alghero nach Bosa gibt es zwar auch eine Strada Statale, malerisch ist aber die Strada Provinciale 105 durch unbewohnte Küstenlandschaft mit Meerblick!

Pittoreskes Bosa.

In den bunten Gassen von Bosa …

Blick von Burgturm über Bosa.

Mit dem Auto unterwegs auf der Strada Provinciale 105.
Olbia – das Tor zur Insel
Olbia haben wir erst kurz vor dem Rückflug erkundet. Die Stadt ist „ganz nett“, im Vergleich zu den anderen Orten fehlte uns hier jedoch ein wenig das Besondere. Als Ausgangspunkt für die Costa Smeralda oder zur An- und Abreise ist Olbia aber ideal – nicht zuletzt wegen des nahegelegenen Flughafens. Und bereut haben wir unseren Stopp trotzdem nicht: im lokalen Spezialitätengeschäft „da Pinnuccio Scintu“ kauften wir sardischen Pecorino und Fregola-Nudeln für Zuhause – empfohlen von einer unglaublich herzlichen Ladenbesitzerin, die uns direkt ein Stück sardische Gastfreundschaft mitgegeben hat.
Die besten Tipps für Aktivitäten: Wandern, Paddeln, Wellenlauschen
Ein Sardinien-Roadtrip lebt nicht nur von Stränden und Städten – sondern vor allem von den Erlebnissen dazwischen. Genau diese Momente machen die Reise am Ende unvergesslich: wenn man sich treiben lässt, aktiv wird und die Insel aus ganz neuen Perspektiven entdeckt.
Segeltörn im La Maddalena Archipel
Ein absolutes Highlight war unser Segeltörn im La Maddalena Archipel. Statt eines großen Ausflugsschiffes entschieden wir uns bewusst für einen Platz auf einer kleinen Segelyacht – und würden es jederzeit wieder tun. Mit einem freundlichen Skipper, einem selbstgekochten Mittagessen an Bord sowie einer Kostprobe des sardischen Mirto-Schnapses war die Atmosphäre persönlich und entspannt.
Unsere Route führte uns von Palau vorbei am berühmten Spiaggia Rosa – dessen rosafarbener Sand heute streng geschützt ist – zu den fast surreal wirkenden Naturpools zwischen den Inseln Budelli, Santa Maria und Razzoli. Ein weiterer Stopp war die Cala Corsara auf der Insel Spargi mit ihrem kristallklaren Wasser und den bizarren Felsformationen. Diese Ecke Sardiniens wirkt fast karibisch – nur eben mit mediterranem Flair.

Das pure Vergnügen: ein Segeltörn zu den Maddalena-Inseln. Foto: Sebastian Lingk

Die Maddalena Inseln sind ein beliebtes Ziel für Bootsausflüge und bekannt für glasklares, türkis schimmerndes Wasser.

Allein an der Cala Corsara – einer der Vorzüge der Nebensaison! Foto: Sebastian Lingk
Kajak-Abenteuer im Golf von Orosei
Ebenfalls sehr empfehlenswert: Paddeln im Golf von Orosei. Wir starteten mit dem Kajak in Cala Gonone und paddelten bis zur Cala Luna – ein kleines, aber absolut lohnendes Abenteuer. Das Wasser ist atemberaubend klar, und das Beste: Man erreicht Buchten und kleine Höhlen, die für große Boote unzugänglich sind.
Für dieses Erlebnis sollte man unbedingt einen ganzen Tag einplanen – nicht nur wegen der Strecke, sondern auch, weil man unterwegs immer wieder anhalten möchte. Wir legten Stopps an der Eingangshöhle der Grotta del Bue Marino sowie in kleineren Höhlen wie der Grotte di Dorgali entlang der Steilküste ein. Dieses Zusammenspiel aus Bewegung, Natur und Ruhe macht das Kajakfahren hier zu einem der intensivsten Erlebnisse der Reise.

Blau, so blau: Paddelausflug zur Cala Luna.

Schattenspiele vor dem Blau des Meeres in der Grotte di Dorgali.

An Land gegangen an einer einsamen Bucht …
Wandern mit Aussicht am Capo Caccia
Für Wanderfans bietet das Capo Caccia spektakuläre Ausblicke. Unsere Route führte von der Grotta delle Brocche Rotte bis zum Leuchtturm nahe der Neptungrotte. Das Gelände ist stellenweise unwegsam und von dornigem Gebüsch geprägt – eine lange Hose ist hier definitiv die bessere Wahl.
Doch die Mühe lohnt sich: Die Steilküste fällt dramatisch ins tiefblaue Meer ab, und mit jedem Schritt eröffnen sich neue, beeindruckende Panoramen. Die Neptungrotte selbst haben wir aufgrund der vergleichsweise hohen Eintrittskosten ausgelassen – aber allein der Weg dorthin ist bereits ein kleines Abenteuer für sich!

Blick vom Capo Caccia auf die Isola di Foradada.

Quer durchs Gebüsch am Capo Caccia. Foto: Sebastian Lingk

Kalksteinküste des Capo Caccia – Ausblick an der Grotta delle Brocche Rotte.
Die einfachen Momente: Wellen, Wind und Weite
Nicht zu vergessen – manchmal sind es eben die einfachsten Dinge, die am meisten im Gedächtnis bleiben. Ein langer Strandspaziergang, barfuß im Sand, begleitet vom stetigen Rauschen der Wellen. Gerade diese ruhigen Momente, fernab von Planung und Programmpunkten, machen Sardinien so besonders. Ob bei Sonnenaufgang, wenn die Strände noch menschenleer sind, oder am Abend, wenn das Licht weicher wird – genau dann spürt man diese besondere Mischung aus Weite, Gelassenheit und natürlicher Schönheit, die diese Insel ausmacht.
Für mich steht fest: Das war nicht mein letzter Besuch. Und der „graue Fleck“ auf meiner Landkarte? Der ist jetzt strahlend Blau und für immer abgespeichert als die schöne Insel Sardinien!
Wichtige Infos für einen Roadtrip auf Sardinien – das solltet ihr wissen
Die beste Reisezeit für eine Sardinien Rundreise
Der sardische Sommer ist heiß – und vor allem voll. Juli und August bringen nicht nur hohe Temperaturen, sondern auch viele Besucher und strenge Strandregulierungen mit sich. Ich empfinde daher das Frühjahr und den Herbst als ideale Reisezeit für die Insel! Wir waren Anfang Oktober auf Sardinien und hätten es uns kaum besser wünschen können: angenehme Temperaturen, perfekte Bedingungen zum Wandern und Paddeln, und an den meisten Tagen konnten wir problemlos im Meer baden. Ein Regentag war zwar dabei, tat der Reise aber keinen Abbruch – im Gegenteil: Die Insel zeigte sich von einer ruhigeren, sehr idyllischen Seite! Im Winter schließen viele touristische Etablissements.
Anreise nach Sardinien
Mit dem Flugzeug
Die schnellste und unkomplizierteste Anreise nach Sardinien erfolgt per Flugzeug. Die drei wichtigsten Flughäfen der Insel – Flughafen Cagliari Elmas im Süden, Flughafen Olbia Costa Smeralda im Nordosten und Flughafen Alghero-Fertilia im Nordwesten – werden von vielen deutschen Städten direkt angeflogen, vor allem in der Hauptsaison. Direkt nach Olbia fliegen zum Beispiel EasyJet ab Berlin, eurowings ab Hamburg sowie Condor und Lufthansa ab Frankfurt am Main. Für einen Roadtrip lohnt es sich, direkt am Flughafen einen Mietwagen zu übernehmen.

Szene eines Roadtrips auf Sardinien.
Mit der Fähre
Wer mit dem eigenen Auto, Motorrad oder Camper anreisen möchte, wählt die Überfahrt mit der Fähre. Verbindungen bestehen unter anderem von italienischen Häfen wie Genua, Livorno oder Civitavecchia sowie von Frankreich aus. Auf Sardinien legen die Reedereien – darunter zum Beispiel Moby Lines, Grimaldi Lines und Grandi Navi Veloci – in Olbia, Porto Torres und der Hauptstadt Cagliari an. Je nach Strecke dauert die Überfahrt etwa zwischen 6 und 12 Stunden.
Fotos, falls nicht anders angegebenen: Lena Ziehres
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